Sonntag, 30. Juli 2006: Am Col d'Izoard

5. Tag: Valloire – Col du GalibierCol du Lautaret – Briançon – Col d'Izoard – La Chalp
84.1 Kilometer, ca. 2400 Höhenmeter, Mittel 16.2 km/h, Fahrzeit 5:14h

Die beiden (Marcel und Marc) gingen nochmal Wasser auffüllen, während ich noch genug bei mir hatte. Ich ging deshalb schon mal vor und fuhr weiter, ab ins Ungewisse. Der Pass sollte nun von mir bestiegen werden, und ich hatte keine Ahnung, ob überhaupt alle unserer Gruppe noch in der Lage wären, diese Strecke tatsächlich noch zu fahren. Wo war Georg? Ich war fest davon überzeugt, dass er noch irgendwo hinter mir war. Wenn er in seiner heutigen Krise erfahren würde, dass wir noch ganz rauffahren?

Der Grossteil der weiteren Izoard-Strecke verlief durch Wald und wurde schöner, je weiter man nach oben kam. Es ist einfach ein traumhafter Pass, den ich an diesem 30. Juli 2006 nicht zum letzten Mal in meinem Leben gefahren haben will [Hinweis aus der Zukunft: am 1. August 2009 wird es wieder so weit sein!]. Die Aussicht wurde immer grandioser. Man konnte mit der Zeit runterschauen und die bisher gefahrene Strecke betrachten, die sich wie eine Rennbahn durch den Wald schlängelte (Serpentinen durch den Wald). Dazu das prächtige Tal im Hintergrund.

Blick zurückBlick vorwärtsMein Pass
Blick zurück
30. Juli 2006, 18:45:22
Das Fahren war ein Hochgenuss!

Blick vorwärts
30. Juli 2006, 18:49:49
Absolute Ruhe! Für einmal keine Autos, keine Motorräder.

Mein Pass
30. Juli 2006, 18:50:01
Meine Strasse. Meine Landschaft. Ja, der Izoard hat es mir angetan.

Blick hinunterPrächtiges PanoramaSonne und Schatten
Blick hinunter
30. Juli 2006, 18:59:36
Die Strasse durch den Wald, die Landschaft im Hintergrund... leider zu stark belichtet.

Prächtiges Panorama
30. Juli 2006, 19:05:32
Dieses Bild vermittelt schon einen viel besseren Eindruck von der generellen Farbgebung an diesem Abend am Izoard.

Sonne und Schatten
30. Juli 2006, 19:06:08
Dort oben scheint die Sonne noch.

Die Strasse führte weiter bis zur Waldgrenze, wo die Landschaft sogar noch gewaltiger wurde. Lasst einfach die Bilder sprechen!

Blick nach obenEine der letzten KurvenSonnenuntergang
Blick nach oben
30. Juli 2006, 19:25:04
Hier sehen wir die Waldgrenze und den Berg in der Abendsonne.

Eine der letzten Kurven
30. Juli 2006, 19:25:16
Das Auto hier ist eine Ausnahmeerscheinung (ganz wenig Verkehr gabs natürlich schon), passt aber gut ins Bild!.

Sonnenuntergang
30. Juli 2006, 19:25:33
Und das bei dieser Kulisse. Hier findet Inspiration, wer sie sucht.

AbendlichtDas Gasthaus von untenLandschaft
Abendlicht
30. Juli 2006, 19:25:52
Alles leuchtet in der schönen Abendsonne.

Das Gasthaus von unten
30. Juli 2006, 19:26:15
Mal ehrlich: wer würde nicht gerne hier verweilen?

Landschaft
30. Juli 2006, 19:28:06
Hier ist es noch immer hell.

AbendsonnePanorama
Abendsonne
30. Juli 2006, 19:28:22
Die Sonne ist gerade hinter einem Wolkenschleier.

Panorama
30. Juli 2006, 19:28:35
Beim Izoard muss man für prächtige Aussichten gar nicht erst ganz rauf.



Und nun erblickte ich auch das sagenumwobene Gasthaus. Laut einem Plakat werde dort jederzeit Essen serviert! Das wäre ja mal was ganz Neues! Aber vielleicht interpretierte ich da auch die französischen Worte falsch, ich habs nicht so mit dieser Sprache. Ich fuhr auf den grossen Platz vor dem Haus, stieg ab und warf den Rucksack hin. Das Refuge Napoleon war erreicht. Ein wunderschöner Ort zum Verweilen und Übernachten, hoffentlich nicht allzu teuer... das Haus sah recht klein aus, die hatten vielleicht wenige Betten und waren entsprechend teuer, fürchtete ich.

Offenbar war bis zur Passhöhe noch ein kleines Stück zu fahren. Laut Bike-Computer konnte es sich nur noch um den Bruchteil eines Kilometers handeln. Die Landschaft in der Abendsonne zwang mich, noch mehr Fotos zu machen, als ich während der Fahrt sowieso schon gemacht hatte. Nach einiger Zeit erschien Marc, und wir holten uns zusammen noch eine Erfrischung im Gasthaus. Die französischen Frauen können schon sehr schön sein, dachte ich mir dort drin mal wieder. Vielleicht kann dies ein weiterer Anreiz sein, diesen Pass noch einmal zu fahren.

Das Refuge NapoleonBeim GasthausFortsetzung der Passstrasse
Das Refuge Napoleon
30. Juli 2006, 19:30:31
Dieses nette Gasthaus ist wirklich einladend.

Beim Gasthaus
30. Juli 2006, 19:30:49
Auch der Vorplatz ist liebevoll gepflegt.

Fortsetzung der Passstrasse
30. Juli 2006, 19:35:41
Die letzten Meter auf den Izoard, von unten gesehen.

Refuge NapoleonMarc
Refuge Napoleon
30. Juli 2006, 19:35:57
Das Gasthaus von Nahem.

Marc
30. Juli 2006, 19:36:41
Marc erreicht das Gasthaus!



Nach kurzer Zeit erreichte mich ein SMS von Georg und Julian: «Wir sind oben!». Waaaas!?? Die waren also voll raufgeheizt auf den Izoard und schon einige Zeit vor mir oben! Wie geht denn sowas, Georg hatte doch eine solche Krise am Galibier, und ich war ziemlich «raufgeheizt» am Izoard, um es so zu sagen... hatte da zwei französische Radler vor mir gesehen und musste sie einfach überholen, das ist quasi eine Zwangshandlung bei mir. Wie konnte der Georg jetzt plötzlich wieder derart heizen? Unglaublich, ich kam überhaupt nicht mehr draus.

Das Gasthaus war nicht ganz oben, uns fehlte angeblich noch ein halber Kilometer. Also noch kurz rauf zu den anderen? Kurz oben umkehren gehen und wieder zum Gasthaus runter?? So fuhren wir weiter, ohne länger in diesem schönen Gasthaus zu pausieren. Marc hatte dabei noch das Vergnügen, einen echt sauren Hund abschütteln zu dürfen. ;)

Die Passhöhe von untenSchöne AussichtenPass-Schild
Die Passhöhe von unten
30. Juli 2006, 19:53:12
Hier sind wir schon auf der Anfahrt. Oben sieht man zwei Personen: das sind Georg und Julian, die uns lautstark angefeuert haben!

Schöne Aussichten
30. Juli 2006, 19:53:45
Dieses Foto schoss ich fahrend.

Pass-Schild
30. Juli 2006, 19:56:23
Hier noch das Bild vom Schild, aber weit weg.

Wieder mal UmziehenNicolasGeorg
Wieder mal Umziehen
30. Juli 2006, 18:54:39 (+1 Stunde)
Für die kurze Abfahrt zog ich mich gar nicht mehr um...

Nicolas
30. Juli 2006, 18:54:46 (+1 Stunde)
... denn ich war schon dick eingehüllt. :)

Georg
30. Juli 2006, 18:54:42 (+1 Stunde)
Er war (laut eigener Angabe) als erster oben!

Pass-SchildPasshöhePause auf der Passhöhe
Pass-Schild
30. Juli 2006, 18:55:25 (+1 Stunde)
Hier das Schild von nahem.

Passhöhe
30. Juli 2006, 18:55:35 (+1 Stunde)
Es herrschte eine schöne Abendstimmung.

Pause auf der Passhöhe
30. Juli 2006, 18:55:57 (+1 Stunde)
Ein bisschen sitzen muss auch mal sein.

Das Restaurant
Das Restaurant
30. Juli 2006, 21:02:02
Hier sind wir schon im Hotel, welches wir nach der Abfahrt fanden.





Ganz oben waren wir dann nach längerer Zeit wieder vereint. Mit den mittlerweile nicht mehr spektakulären 2360 Metern war für mich der Col d'Izoard nicht einmal mehr ein wirkliches Beweis-Foto wert. Und wenn ich mich da an den Col de la Croix mit seinen lächerlichen 1778 Metern zurückerinnere, wie ich damals noch stolz war (Wahnsinn!)... ;)

Col de la Croix
Col de la Croix
27. Juli 2006, 14:36:51
;-))





Nicht nur die Fahrt auf den Izoard war wohl die Schönste aller Pässefahrten, nein, auch die Abfahrt war absolut sensationell. Endlich musste man nicht die ganze Zeit auf der Bremse stehen, bis die Hände sich verkrampften. Jedenfalls galt das für die meisten von uns. Georg hätte hier wohl ein bisschen was anderes geschrieben ;). Aber in meinen Augen war diese grandiose Abfahrt mit der einwandfreien Strasse zu schade zum Verbremsen. Recht weit unten folgte das erste Dorf nach dem Pass, von dem niemand von uns wusste wie es überhaupt hiess (Anm. 2009: wir nächtigten im Ort La Chalp, direkt unterhalb von Brunissard). Auf einem Parkplatz hielten wir an. Georg kam als letzter, sprang sofort vom Rad runter, liess dieses fallen und stützte seine schmerzenden Hände am Boden ab. «Warum bremst du auch immer, lass doch laufen!», meinte Marcel. Georg wollte nicht schnell fahren, weil ihm die Strasse zu gefährlich gewesen war. Wir verliessen das erreichte Dorf nicht mehr und suchten gleich ein Hotel. Wieder war schnelles Duschen angesagt im letzten Hotel, wo überhaupt noch Nachtessen serviert wurde, denn warmes Essen wurde auch dort nur noch bis in ca. 15 Minuten serviert. Und erneut très français: eine Menü-Karte gab es diesmal nicht, sondern es wurde lediglich gebracht. Das war auch gar nicht schlecht. Nach Galibier und Izoard war man einfach froh, irgendwas anderes als Riegel zu bekommen!